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Ein vermummter Mann mit Kapuzenjacke sitzt im Dunkeln vor einem Notebook, die Hände auf der Tastatur.
Bildinfo: Achtung vor Betrug im Internet! © www.freepik.com/master1305

Aktivieren wir unser digitales Bauchgefühl!

Themenabend über die wichtigsten Maßnahmen, die jede und jeder von uns präventiv gegen Cyberkriminalität treffen kann.

Erst vor wenigen Wochen wurde der Öffentlichkeit die Kriminalstatistik 2020 präsentiert. Wie in allen Bereichen war auch bei der Polizei die Arbeit im vergangenen Jahr von der Corona-Pandemie geprägt. Angezeigte Straftaten, vor allem Einbruchsdelikte, gingen stark zurück, aber im Bereich Cybercrime gab es einen großen Zuwachs. Fast 36.000 Anzeigen in diesem Bereich bedeuten einen Anstieg von 26% gegenüber 2019.

Insofern befanden wir uns mit unserem Themenabend am 21.4. am Puls der Zeit. Herr Bezirksinspektor Christof Peter vom Landeskriminalamt Wien, Abteilung Kriminalprävention und digitale Sicherheit, beriet uns über die wichtigsten Maßnahmen, die jede und jeder von uns präventiv gegen Cyberkriminalität treffen kann. Denn immerhin: der finanzielle Schaden kann für Betroffene von Cyberkriminalität im fünf- oder sechsstelligen Bereich liegen!

Betrügereien der verschiedensten Arten

Ein weites Feld sind die so genannten Scams. Gemeint sind damit allerlei Arten von Betrügereien. Beispielsweise gibt sich am Telefon jemand als MitarbeiterIn von Microsoft aus. Die Person erfragt persönliche Daten, angeblich um Software auf dem Computer zu aktualisieren. Oder ein vermeintlicher Polizeibeamte ist am Telefon und erbittet Geld für die Auslöse eines nahen Verwandten. Dieser Verwandte wurde angeblich nach einem Unfall verhaftet. Oder jemand behauptet, die Polizei habe Ihre Adresse auf einer Liste zukünftiger Einbruchsopfer gefunden, möchte Sie warnen und auch gleich vorbeikommen, um die Wohnung abzusichern.

Scam Versuche passieren aber nicht nur am Telefon, sondern auch durch E-Mails oder auf Chat-Plattformen. E-Mails, die Ihnen Erbschaften oder Gewinne in Höhe von hunderttausenden Euros versprechen, sind mit absoluter Wahrscheinlichkeit Scam Versuche. Herr Peter berichtete uns immer wieder von Kriminalfällen, die leider nicht dem Reich der Phantasie entspringen. So verliebte sich beispielsweise eine Dame auf einer Partnerschaftsplattform und überwies im Laufe der „digitalen Beziehung“ über 300.000 Euro an einen ihr unbekannten Mann.

Die eindringliche Bitte von Herrn Peter an die ZuhörerInnen in all diesen Fällen: Bitte Hausverstand einsetzen!

Sich fragen: kann es wirklich sein, dass ich einen Verwandten in den USA habe, der mir eine Erbschaft zukommen lässt? Kann es sein, dass renommierte Firmen oder Behörden mich anrufen, um persönliche Daten zu erfragen? Laut Herrn Peter lautet die Antwort auf jeden Fall „Nein“. Und „Ja“, bitte auf das digitale Bauchgefühl hören! Wenn uns etwas seltsam, hinterfragungswürdig oder unheimlich vorkommt, sollten wir auf keinen Fall unsere persönlichen Daten bekanntgeben! Telefonat beenden, E-Mail löschen!

E-Mails: alltäglich für uns alle, umso mehr ist Vorsicht geboten

E-Mails sind in unserem beruflichen und privaten Leben alltäglich geworden. Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass eine E-Mail weder geheim noch sicher ist. Der einleuchtende Vergleich von Herrn Peter: Eine E-Mail ist wie eine Postkarte. Ergo sollten wir auch hier keinerlei persönliche Daten hineinschreiben. Links, die in E-Mails verpackt kommen, sind ebenso eine Gefahrenquelle wie Anhänge, die beispielsweise Viren oder Trojaner enthalten können. E-Mails von unbekannten AbsenderInnen sollten auf keinen Fall geöffnet werden. Und wenn eine E-Mail einen unerklärbaren Anhang enthält, ist es klug, beim Absender oder der Absenderin auf einem anderen Kanal nachzufragen, ob tatsächlich ein Anhang geschickt wurde.

Durch die Corona-Lockdowns hat der Online-Handel an Beliebtheit gewonnen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten! Man sollte nur von seriösen AnbieterInnen bestellen. Bezahlung am besten per Zahlschein oder gegen Nachnahme: Keinesfalls sollten wir unsere Kreditkartendaten irgendwo bekanntgeben oder hinterlegen.

Auch in der Cyberwelt gibt es Bedienungsanleitungen

Drei wichtige Hinweise aus dem Bereich Inbetriebnahme und Neuinstallation von elektronischen Geräten: Bedienungsanleitungen sind zwar mühsam als Lektüre, aber dennoch wichtig unter dem Aspekt der Sicherheit. Oftmals enthalten sie Informationen zur Sicherheit, die man als NutzerIn kennen und beherzigen sollte. Bei Neuinstallationen von Apps ist es ebenfalls wichtig, die Zugriffsrechte zu lesen. Vielleicht möchte man nicht, dass auf andere gespeicherte Daten auf dem Handy oder Computer zugegriffen werden kann… Weiters sollten Updates für Betriebssysteme, Internet-Browser, Firewall und Router immer gemacht werden, da sie auch notwendige Informationen für die jeweiligen Sicherheitssysteme enthalten. Entsteht eine Lücke im Sicherheitssystem, kann der Schaden ungleich höher sein.  

Es geht nicht ohne Datensicherheit

Jede und jeder sollte sich um die Sicherung der eigenen Daten Gedanken machen. Wer schon einmal einen USB-Stick oder eine externe Festplatte mit Daten verloren hat, kennt den Ärger und sogar möglichen Schmerz darüber. Wenn die Fotos vom schönsten Urlaub unwiederbringlich weg sind… oder die Bilder als das Kind noch klein war…, kann das weh tun! Dem kann man vorbeugen, indem man regelmäßig Sicherungen der Daten auf zwei externen Festplatten oder auch in der Cloud vornimmt.

Die abschließende Empfehlung von Herrn Peter drehte sich um das Thema Passwörter.

Ein gutes Passwort sollte mindestens 16 Zeichen haben. Man kann sich durchaus einen Merksatz als Basis für die Passwörter zurechtlegen.

Das würde etwa bedeuten: IkesPfmK für „Ich kenne ein super Passwort für meine Konten“. Zu diesem fixen Merksatz überlegt man sich dann variable Präfixe oder Anhänge.  Angesichts der Vielzahl von digitalen Konten, über die ein Mensch heutzutage verfügt, ist es ratsam auch einen Passwort-Manager zu verwenden. Keinesfalls sollten Passwörter im Browser gespeichert werden.

Hilfreiche Adressen

Herr Peter ließ uns eine Liste nützlicher Webseiten da, die wir gerne weiterempfehlen:

Bundeskriminalamt Prävention-Information

Internetombudsmann

Saferinternet.at

Meldestelle gegen Kinderpornografie und Neonazismus

Watchlist-Internet – Online-Betrug, -Fallen & -Fakes

WKO-Wirtschaftskammer Österreich – IT-Sicherheit für Unternehmen

Mimikama – Verein zur Aufklärung von Internetmissbrauch

Bürgerserviceportal

Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH

Warnungen über IT-Sicherheitsprobleme

Und zu guter Letzt die Mail-Adresse der Meldestelle der Polizei bei Verdachtsfällen.

Mit Hilfe dieser Seiten und Einrichtungen können wir uns alle über die (Un)Sicherheit im Internet informieren und hoffentlich wirksam vor Cybercrime schützen!

 

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