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In den Braille Stuben lehnen Karl Mayr und Marion Putzer-Schimack bequem an der Kante des Moderationstisches und lachen herzlich in die Kamera
Bildinfo: Karl Mayr, Leiter des Blinden- und Sehbehindertensports Österreichs, und Themenabend-Koordinatorin Marion Putzer-Schimack © BSVWNB/Martin Tree

Aus Freude an der Bewegung

Welche Sportarten sind besonders für blinde Menschen geeignet? Und wo findet man die passenden Sportangebote?

Es ist hinlänglich bekannt, dass Sport und ein aktives Leben viel zum Wohlbefinden beitragen. Doch welche Sportarten sind besonders für blinde Menschen geeignet? Und wo findet man die passenden Sportangebote?

Diese und weitere Fragen zum Thema Blindensport beantwortet Karl Mayr, Leiter des Blinden- und Sehbehindertensports Österreichs, beim jüngsten Themenabend in den Louis-Braille-Stuben. Karl Mayr weiß, wovon er spricht, denn er ist seit 22 Jahren im ÖBSV (Österreichischer Behindertensportverband) für den Blindensport verantwortlich.

Der Begriff Blindensport, betont Mayr, umfasst dabei Sport für blinde und sehbehinderte Menschen und dient nur als vereinfachter Begriff im Sportbereich.

Er beschreibt drei Möglichkeiten, wie blinde und sehbehinderte Menschen sich am besten sportlich betätigen können.

Blindensport in einem speziellen Verein

Darunter fallen laut dem Vortragenden in Wien beispielsweise zwei Vereine, die Sport und Bewegung gezielt für blinde und sehbehinderte Menschen anbieten. Der Versehrtensportclub Wien, oder kurz VSC, bietet ein vielfältiges Angebot an Kursen, von Schwimmen über Bogenschießen bis zu Gymnastik. Zusätzlich gibt es bei der Sektion Blindensport weitere speziell für blinde Menschen angepasste Sportarten, wie zum Beispiel Torball und Blindenfußball, zur Auswahl. Auch der Allgemeine Behindertensportverein Wien, der ABSV, wendet sich gezielt an Menschen mit Behinderung und führt spezielle Blindensport-Kurse durch. Beide Vereine bieten auch die Möglichkeit an, Tandemfahrräder für eine Radtour auszuborgen.

Die Sportangebote von VSC und ABSV können alle regelmäßig nutzen, die eine Mitgliedschaft im jeweiligen Verein eingehen und einen (nicht allzu hohen) Mitgliedsbeitrag zahlen, erklärt Herr Mayr. In einen bestimmten Kurs hinein zu schnuppern ist aber auch ohne Mitgliedschaft und nach Absprache mit den Verantwortlichen möglich.

Sportkurse außerhalb der beiden Vereine

Auch Breitensport-Vereine, die sich nicht gezielt an Menschen mit Behinderung richten, führen oft inklusive Sportangebote in ihrem Programm. So lohnt es sich zum Beispiel einen inklusiven Kletterkurs beim Kletterverband Österreich zu absolvieren. Vor allem auch, weil Klettern ein idealer Sport für blinde Menschen ist. „Klettern fordert die Motorik, die Ausdauer und schult Bewegungsabläufe. Damit eignet es sich sehr gut für Menschen, die nicht sehen können, da man auch das ‚Sportgerät‘ immer in der Hand hat“, betont Mayr.

Individualsport

Auch für Menschen, die es vorziehen, alleine zu sporteln, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten. Allerdings sollten einige Sportarten am besten mit einer Begleitsportlerin oder einem Begleitsportler ausprobiert werden. Wer also beispielsweise gerne laufen gehen möchte, kann über den ÖBSV oder die beiden Wiener Vereine VSC und ABSV Kontakt zu sehenden BegleitsportlerInnen aufnehmen und gemeinsam mit ihnen trainieren. Vor allem zu Beginn sind blinde und sehende LäuferInnen beispielsweise durch ein Band verbunden oder laufen eng nebeneinander, um Hindernissen schnell ausweichen zu können.
Auch das Kompetenzgremium des ÖBSV unterstützt bei der Vermittlung von BegleitsportlerInnen für diverse Sportarten. Zusätzlich berät das Team des Gremiums auch bei vielen weiteren Fragen zum Thema Sport.

„Wie bei allen bietet der Arbeitsalltag auch bei blinden Menschen durch sitzende Tätigkeiten wenig Bewegungsabwechslung“, erklärt Mayr.

„Auch durch den meist grundsätzlich erhöhten Muskeltonus bei blinden Menschen entstehen häufig Verspannungen. Daher ist regelmäßige Bewegung ganz besonders wichtig.“

Er empfiehlt in den meisten Fällen Beweglichkeitstraining in Form von gezieltem Stretching, Yoga sowie Stabilitätsübungen.

Doch egal, für welche Sportart man sich am Ende entscheidet, wichtig ist, dass man sich bewegt, bekräftigt Sportexperte Mayr. „Erfolgreiches Sporteln bedeutet Freude an der Bewegung.“

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