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Bildinfo: BSVWNB-Verkehrsreferent Franz Mayer, Themenabend-Koordinatorin Marion Putzer-Schimack und Erwin Wannenmacher vom Kuratorium für Verkehrssicherheit kurz vor Veranstaltungsbeginn © BSVWNB/Martin Tree

Autonomes Fahren

„Blind Autofahren“? Eine Utopie oder vielleicht doch bald Realität? Ein Themenabend im Louis Braille Haus.

Schon 16 Uhr? Dann ist es aber höchste Zeit; ich muss nach Wien zum Themenabend beim BSVWNB.
Schnell noch die Jacke und meinen Langstock.
Auf dem Weg zum Auto diktiere ich dem Navi mein Ziel: Hägelingasse 4-6 im 14. Bezirk. Das Navi kennt die Adresse und fragt: "Willst Du zum BSVWNB?" Ich bestätige, nehme im Auto Platz und los gehts.
Per Sprachbefehl öffne ich das Verdeck und lasse mir den Fahrtwind durchs Haar wehen.
Herrlich!
Eine halbe Stunde später bin ich da; ich steige aus.

Zum Auto sage ich: "Parkplatz suchen!".

Dann klappe ich meinen weißen Stock auf und spaziere ins Louis-Braille-Haus.

Utopisch, denken Sie sich?
Sie haben recht. Heute ist der 20. November, und da ist es bestimmt schon zu kalt, um mit offenem Verdeck zu fahren.
Und die Sache mit dem „Blind Autofahren“?
Eine Utopie oder vielleicht doch bald Realität?

Beim Themenabend am 20. November 2019 erfuhren wir mehr. Zu Gast hatten wir Herrn Ing. Wannenmacher vom Kuratorium für Verkehrssicherheit, der uns einen Einblick in das Thema "Autonomes" und "Automatisiertes Fahren" gab.

Einige der folgenden Schilderungen mögen sehr verkürzt und auch plakativ erscheinen.
Was die Zukunft wirklich bringen wird, können wir nur vermuten. Wie schnell die Technologien sich weiterentwickeln werden und ob Probleme, mit denen wir heute kämpfen, nicht bald Geschichte sein werden, auch darüber können wir nur mutmaßen.

Ich habe den Verdacht, dass man schon in 20 Jahren über diesen Bericht, sollte ihn jemand lesen, lachen wird. Genauso wie wir heute über die Zukunftsvorstellungen früherer Generationen lachen.
Aus heutiger Sicht, mit unserem aktuellen technischen Wissen, könnte der Verkehr künftig vielleicht so aussehen, wie er weiter unten beschrieben ist.
Aber „Que será, será“…

Zurück in die Vergangenheit:

Seinerzeit, als auf den Straßen noch Pferde- sowie Ochsenfuhrwerke und vereinzelt motorbetriebene Automobile unterwegs waren, gestaltete sich die Regelung des Verkehrs relativ einfach. Eine wichtige rechtliche Grundlage war das sogenannte „Wiener Übereinkommen“.  Es besagte, dass jedes Fahrzeug einen Lenker haben müsse. Dieser müsse das Fahrzeug sowie die Zugtiere jederzeit und unter allen Umständen beherrschen können. Zu dessen Sorgfaltspflichten gehört es, das Fahrzeug vor Hindernissen zuverlässig anzuhalten.

Nun wird es auch damals schon das eine oder andere autonome Gefährt gegeben haben; nämlich dann, wenn der Fuhrwerksbesitzer auf seinem Kutschbock einschlief und die Pferde alleine den Weg nach Hause finden mussten.

Zurück in die Gegenwart:

Das Wiener Übereinkommen von damals ist eine internationale Vereinbarung und gilt auch noch heute. Die lenkende Person muss ihr Fahrzeug unter Kontrolle haben.

Die technische Entwicklung schreitet mit großen Schritten voran. Immer mehr Autos mit sogenannten Assistenzsystemen kommen auf den Markt. Diese ermöglichen ein zumindest teilautomatisiertes Fahren.
Da gibt es videobasierte Einparkhilfen, Notbremse-, Spurhalte- und Überholassistenten, Systeme zur Verkehrsschilderkennung und natürlich den Tempomat zur Geschwindigkeitsregelung.
Derzeit hat aber der Fahrzeuglenker immer noch die Letztverantwortung, d.h. er muss jederzeit eingreifen können.

Hier scheint meine Autofahrseifenblase zu platzen. Als blinde Person darf ich ein automatisiertes Fahrzeug nicht lenken.
Die meisten Assistenzsysteme dürfen bisher nur auf Autobahnen zum Einsatz kommen, weil da der Verkehr relativ einfach strukturiert ist. Im städtischen Bereich stößt die Technik noch auf viele Hindernisse.
Auch viele rechtliche und ethische Fragen sind noch nicht geklärt.

 

Zurück in die Zukunft:

Wir schreiben das Jahr 2060.
Der Straßenverkehr funktioniert ausnahmslos autonom; in den Fahrzeugen sitzen keine Lenker, sondern Passagiere.
Die Abläufe auf den Straßen sind sehr geordnet und sicher, die Anzahl der Verkehrstoten geht gegen null. Staus und stundenlange Wartezeiten gehören der Geschichte an, und in den Städten gibt es wieder viel mehr Platz. Denn parkende, „untätige“ Autos existieren nicht mehr. Der Individualverkehr ist bereits abgeschafft: keiner besitzt mehr ein eigenes Auto. Car-Sharing heißt die Devise: wer ein Fahrzeug benötigt, bucht eines.

Die technischen Hindernisse, die es noch in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts gegeben hat, sind längst aus dem Weg geräumt.
Die Fahrzeuge sind ausgestattet mit Sensoren jeglicher Art: Ultraschall, -Radar-, Laser- und GPS-Sensoren. Hochauflösende Kameras erkunden die Fahrzeugumgebung. Diverse Kommunikationssysteme sorgen für einen reibungslosen Austausch zwischen Auto und Infrastruktur sowie zwischen Auto und anderen Verkehrsteilnehmern.
Die Fahrzeuge erkennen blitzschnell verschiedene Verkehrssituationen und handeln entsprechend.

Steht z.B. eine Person mit weißem Langstock am Straßenrand, wird das Auto erfassen, dass es sich um einen blinden Menschen handelt und rechtzeitig anhalten.
Die dafür notwendigen leistungsstarken Funkübertragungssysteme, Server und Rechner sind längst gebaut. Die großen Datenmengen leicht bewältigbar.
Auch die rechtlichen und ethischen Schwierigkeiten haben sich verflüchtigt. Entsprechende Gesetze wurden verabschiedet.

Und spätestens dann werde ich mit einem Auto von zu Hause direkt zum Themenabend im BSVWNB fahren.

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