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Ein nach vorne gestreckter Arm mit geballter Faust. Links dahinter an einer Tür zeichnet sich der Schatten eines Rollstuhls ab.
Bildinfo: Ein gestelltes Foto zum Thema Gewalt an Menschen mit Behinderung. © Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

Gewalt gegen Frauen mit (Seh-)Behinderung

Am 25. November ist Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, auch "Orange Day" genannt.

Veranstaltung mit Elisabeth Udl vom Verein NINLIL

Ein wichtiges und brisantes Thema, mit dem wir uns schon im Frühsommer 2022 im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Seheingeschränkt aber nicht unsichtbar“ beschäftigt haben.
Wir hatten Elisabeth Udl vom Verein NINLIL (einer Beratungsstelle für Frauen) zu Gast.

Gemeinsam mit ihr näherten wir uns dem Thema Gewalt gegen Frauen mit Behinderung an. Es war ein interessanter Abend mit vielen Fragen und sehr persönlichen Wortmeldungen.
Frauen mit Behinderung sehen sich um ein Vielfaches öfter mit Gewalterfahrungen konfrontiert als Frauen ohne Behinderung.

Eine Erklärung dafür ist, dass sie oftmals durch ihre Einschränkung auf Unterstützung durch Partner oder Betreuungspersonen angewiesen sind. Es ist schwer, sich von einem Partner zu trennen, wenn man z.B. dessen Hilfe im Alltag braucht.

Frauen, die in Einrichtungen leben, sind noch häufiger von Gewalt betroffen.

Gewalt gibt es in verschiedenen Formen:

Die offensichtlichste ist körperliche Gewalt; dazu gehört Schlagen, Stoßen aber auch Einsperren und ähnliches.
Als psychische Gewalt werden Handlungen wie Beschimpfen, Beleidigen oder Abwerten bezeichnet. Dazu gehört auch, wenn eine benötigte Hilfeleistung nicht gewährt wird.
Am häufigsten, gleichzeitig aber am wenigsten beachtet, ist „strukturelle Gewalt“. Diese wird durch Strukturen verursacht. Wenn ich als blinde Person einen Lift nicht benutzen kann, weil es keine Braille- oder andere tastbaren Beschriftungen gibt, so ist das eigentlich eine Form von struktureller Gewalt. Wir nennen das oft auch Diskriminierung.

Wichtig ist, dass es kein Tabu ist über Gewalt zu sprechen; egal, um welche Form es sich handelt.

Das war auch die Absicht unserer Veranstaltung: Über ein Thema sprechen führt dazu, dass mehr darauf geachtet wird und dass es mehr ins Bewusstsein der Menschen rückt.

Wohin kann man sich als Frau mit Behinderung wenden, wenn man selbst oder eine bekannte Person Gewalt erlebt oder erlebt hat?

Verein NINLIL (er setzt sich für Vernetzung und Empowerment von Frauen mit Behinderung ein und bietet Beratung an):
Telefon: 01 714 39 39
https://www.ninlil.at/

E-Mail von Lisa Udl (unserer Referentin): udl(at)ninlil.at

Frauenhelpline:
0800 222 555

24h Frauennotruf der Stadt Wien:
01 71 71 9

Frauenhäuser Beratungsstelle:
01 512 38 39

Das ist der Link zu einem Buch, in dem es um Gewalt gegen Frauen mit Behinderung geht:
www.kraft-rucksack.at

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