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An einer langen Tafel sitzen links, rechts und am weit entfernten schmalen Tischende Jugendliche, sie winken und lachen in die Kamera
Bildinfo: Die Jugendlichen freuen sich schon aufs Essen - gleich geht das Licht aus und es wird im Dunkeln diniert © BSVWNB/Astrid Glatz

Im Dunkeln ist gut… Essen!

Die „Verrückte Jugend Aktion - VJA“ hatte besondere Gäste beim Dunkeldinner.

Es zischt und dampft. Und blubbert und brodelt. Die Töpfe in der kleinen Küche sind randvoll gefüllt mit frischem Gemüse und Tomatensauce. Doch nicht nur der Herd ist komplett belegt, sondern auch der Platz davor: Etliche Jugendliche spähen in die Töpfe oder rühren in den Pfannen. Eifrig wird besprochen, was als nächstes zu tun ist: Wann kommt das Soja-Geschnetzelte in die Pfanne? Und wo ist schon wieder das Öl hingekommen?

Es ist ein ungewöhnlicher Anblick für die MitarbeiterInnen des hinteren Obergeschosses des BSVWNB. Selten wird hier so groß aufgekocht. Doch heute hat die „Verrückte Jugend Aktion“ besondere Gäste!

Mit den PfadfinderInnen kochen und speisen

Bereits vor zwei Jahren hat die VJA (Verrückte Jugend Aktion) mit der PfadfinderInnen-Gruppe 19 zum ersten Mal eine gemeinsame Aktion gestartet. Nun ist ein Teil der PfadfinderInnen-Gruppe, genauer gesagt der 16- bis 20-jährigen „Ranger & Rover“, mit von der Partie. Zehn PfadfinderInnen stehen gemeinsam mit den sehbehinderten und blinden Jugendlichen der VJA vor dem Herd – und werden anschließend das Selbstgekochte im Dunkeln essen.

Das Menü: einfach (und) gut

Die Messer knirschen am Brett, geschnittene Zwiebel und Sellerie-Streifen häufen sich. Die Nudeln kochen vor sich hin. Für das gemeinsame Mahl stehen Spaghetti Bolognese und vegane Spaghetti auf der Speisekarte. Als Nachspeise gibt es Vanille- und Schokopudding – mit Beerensauce.

Sandra schwingt den Pürierstab. Nachdem sie lediglich Farben und Licht sieht, braucht sie anfangs etwas Unterstützung. Doch dann klappt das Pürieren der Beeren fast wie von alleine.

„Ich koche nicht sonderlich gut“, gesteht Sandra lachend, „und jetzt übernehme ich nur einen kleinen Teil beim Kochen. Das gemeinsame Erlebnis ist jedenfalls das Wichtigste. Und selbst wenn ein Essen simpel zubereitet ist, ist es mit der richtigen Gesellschaft die beste Speise. Denn es kommt nur darauf an, mit wem man sein Essen teilt.“

Wie man im Dunkeln ein Glas einschenkt

Wenn so viele Hände werken, schneiden und anpacken, ist das Menü schon bald fertig. Die letzten Handgriffe werden getätigt. Dann tragen die Jugendlichen alles ins Erdgeschoss. Denn dort ist bereits die Tafel angerichtet.

Johanna von den PfadfinderInnen erzählt, bevor alle den Raum betreten: „Für mich persönlich wird das Essen im Dunkeln bestimmt eine Herausforderung. Ich habe mir extra was anderes zum Überziehen mitgenommen, “ sagt sie mit einem Lachen.

Sandra erklärt ein paar Interessierten in letzter Minute noch, wie man sein Glas im Dunkeln anfüllen kann, ohne Flüssigkeit zu verschütten. Der einfachste Weg ist, einen Finger ein Stück weit ins Glas zu halten, dann weiß man wie viel man einschenken kann. Fortgeschrittene hören am Klang, wie weit das Glas bereits gefüllt ist. Oder spüren an der Außenseite des Glases, wenn dieses kühler wird z.B. beim Einschenken kalter Getränke.

Dinner in the Dark

Endlich sind die Speisen am Buffet platziert. Jede und jeder findet einen Platz, und prägt sich den Weg zum Buffet sowie die Position der Spaghetti und Saucen gut ein. Und dann geht das Licht aus. Die Fenster sind mit Rollos, Zeitungspapier und schwarzem Karton abgedichtet, sodass vollkommene Dunkelheit herrscht.

Sofort setzt reges Stimmengewirr ein und die Jugendlichen steuern auf die Hauptspeise zu: „Wo ist nochmal welche Sauce?“ „Was, hab ich gehört, dass es Parmesan gibt?“ „Mein Wasserglas ist schon leer. Gibt es irgendwo mehr?“

Finger tasten durch die Dunkelheit und suchen die Schöpflöffel. Nicht alle finden sich im Dunkeln gleich zurecht. Dafür wird zusammen geholfen, gegenseitig Nudeln auf die Teller geladen und Informationen ausgetauscht.

Bis schließlich jeder einen Teller voll Nudeln mit seiner Wunschsauce hat. Die nächste Herausforderung ist nur noch, die Nudeln auf die eigene Gabel zu bekommen. Eine Herausforderung, die sich lohnt. Denn an den Geschmack von Spaghetti, Pudding und Gemeinschaft werden sich die Jugendlichen der VJA und der PfadfinderInnen-Gruppe noch lange erinnern.

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