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Ein Parkbereich mit Schotterwegen und Blumenbeeten vor einem einladenden, langezogenen einstöckigen Gebäude.
Bildinfo: In Bad Hall (OÖ) werden spezielle Augenbehandlungen mit dem örtlichen Heilmittel Jodsole geboten – einzigartig in Österreich. © EurothermenResort Bad Hall

„Nach Bad Hall zu fahren, ist wie heimkommen.“

So beschreibt es Ministerialrat Josef Baumgartner, der heuer zum 40. Mal zur Augenbehandlung in den oberösterreichischen Kurort kommt.

Im Kurort Bad Hall

Die kleine Stadt, der Park, die Kuranstalt Vitana oder das Hotel Miraverde sind dem Kurgast aus Wien längst vertraut. Auf den Spaziergängen treffen er und seine Frau Theresa manchmal Einheimische, mit denen sie inzwischen gut bekannt sind. Bei seinen Aufenthalten besucht das Paar ein Konzert, geht ins Kaffeehaus oder unternimmt eine Kutschenfahrt. Es schätzt die schöne Umgebung, die Natur und natürlich die Jodsole Behandlungen – all das tue Körper und Geist, Herz und Lunge, aber ganz besonders den Augen gut.

Das Heilmittel des Kurorts, das natürliche Heilwasser, kommt aus der Salzquelle am Sulzbach. Jahrhundertelang wurde Salz gewonnen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die erste Badeanstalt errichtet und es entwickelte sich ein reger Kurbetrieb. Bad Hall verfügt über eine der stärksten Jodsolequellen in Mitteleuropa und über die einzige in Österreich. Die Jodsole wird unter anderem bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats oder der Atemwege angewendet. Und vor allem für die Behandlung der Augen. Das Heilmittel Jodsole wirkt entzündungshemmend und durchblutungsfördernd.

Zwei Therapien, die Iontophorese und die Lipidbesprühung, veranlassen Josef Baumgartner, zweimal im Jahr nach Bad Hall zu fahren. Der Beamte, der im Gesundheitsministerium tätig ist, sucht regelmäßig um einen Kuraufenthalt an, der zweimal innerhalb von fünf Jahren genehmigt werden kann. „Ich hab aber vor vielen, vielen Jahren beschlossen, in den Jahren, wo die Krankenkasse nicht zahlt, privat hinzufahren. Das machen meine Frau und ich jetzt immer, wir sind im Herbst für drei Wochen und im Frühjahr für eine Woche dort. Denn uns tun diese Augenbehandlungen sehr gut.“


Bei der Iontophorese werden die Augen in einer Jodsolelösung gebadet. „Man muss sich das wie eine Schwimmbrille vorstellen, die auf einem Gerät montiert ist. Die Augen legt man auf die Schalen drauf und badet sie in dieser Flüssigkeit. Man hat die Augen offen, es ist sehr angenehm.“ Die Behandlung regt die Durchblutung und die Stoffwechseltätigkeit an, danach ruht man sich noch eine halbe Stunde aus, um die Therapie nachwirken zu lassen.

Wie häufig praktiziert, kombinieren auch Josef und Theresa Baumgartner die Iontophorese mit der Lipidbesprühung, wobei zwischen den beiden Behandlungen ungefähr eine Stunde liegen sollte. Angewendet wird sie vor allem beim trockenen Auge. Dabei wird eine Öl-in-Wasser Emulsion fein zerstäubt und auf die vorderen Augenabschnitte aufgebracht. Theresa Baumgartner: „Man muss halt den Fischgeruch mögen, denn da werden Omega-3-Fettsäuren verdampft und als eine Art Nebel den Augen zugeführt. Das dauert ungefähr 15 Minuten. Ich sag immer, wenn uns in Bad Hall einmal ein paar Katzen nachlaufen, dann tun sie es nicht, weil wir so viel Fisch gegessen haben, sondern weil der Geruch von der Lipidbesprühung in den Augenbrauen hängen bleibt.“

Beide, Theresa und Josef Baumgartner sind sehr stark sehbehindert. Er aufgrund einer Degeneration der Netzhaut, sie aufgrund der Stoffwechselerkrankung Typ 1 Diabetes. Wie wirken sich bei ihnen die Augenbehandlungen aus, die sie in Bad Hall bekommen?

„Ich habe das Gefühl, dass ich klarer sehe“, sagt Theresa Baumgartner. „Wie wenn die Augen geputzt worden wären. So wie wenn man einen Spiegel, der verschmiert ist, mit Ajax putzt. Aber vor allem habe ich das Gefühl, dass die Augen viel entspannter sind. Wenn man so schlecht sieht, strengt man sich ja immer furchtbar an, besonders in der dunklen Jahreszeit.“

Auch Josef Baumgartner spürt diese entspannende Wirkung der Augenbehandlungen. „Es ist ja leider Gottes nicht so, dass ich mit einem Sehvermögen X anreise und nach drei Wochen mit einem Sehvermögen X plus wieder abreise. Es ist keine messbare Sehverbesserung da. Das ist auch nicht zu erwarten. Also mein Restsehvermögen ist ja nicht berauschend viel, aber ich hab das Gefühl, dass die Konturen besser werden, schärfer ist in meinem Fall übertrieben, aber besser. Ich bin medizinisch betrachtet farbenblind – seit vielen Jahrzehnten. Aber für mich ist die Welt nicht Grau in Grau, sondern ich sehe meine Welt in Farben. Bei mir ist zwar keine messbare Farbwahrnehmung da und trotzdem hab ich das Gefühl, dass das Bild nach den Behandlungen wieder bunter wird.“


Über Umwege nach Bad Hall

Josef Baumgartner ist 17 Jahre jung, als er zum ersten Mal nach Bad Hall kommt. Das war 1985. Obgleich er in Oberösterreich aufgewachsen ist, haben er und seine Eltern erst von einem Heilpraktiker aus Bayern von den Augenbehandlungen in Bad Hall erfahren. Wie kam es dazu? In der ersten Klasse Volksschule wurde erkannt, dass der Bub eine Seheinschränkung hat. Es folgten Besuche beim Augenarzt und Untersuchungen in verschiedenen Augenkliniken. Schließlich wurde Morbus Stargardt festgestellt. Eine Netzhauterkrankung, die typischerweise in der Kindheit oder Jugend auftritt, und deshalb spricht man von einer juvenilen Makuladegeneration. Damals seien die Ärzte noch nicht so geschult im Umgang mit PatientInnen und Angehörigen gewesen, meint Josef Baumgartner.

„Sie haben zu meinen Eltern nur gesagt: ‚So lautet die Diagnose, machen kann man gar nix, seien Sie froh, wenn der Bub nicht blind wird. Danke, da ist die Tür.‘ Und das war´s dann.“

Damit wollten und konnten sich die Eltern nicht zufriedengeben. Von Bekannten wird ihnen ein Heilpraktiker aus Bad Tölz in Bayern empfohlen. Er habe als Kind und Teenager gefühlt „tonnenweise“ Kugerl und Tropferl bekommen, aber dieser Heilpraktiker habe auch den Tipp gegeben, nach Bad Hall zu fahren. Als 17 Jähriger ist er dann zum ersten Mal zur Augenbehandlung dort. „Wir waren damals in der Kuranstalt Sonnenheim untergebracht. Ich habe mir das Zweibettzimmer mit einem 19 jährigen Medizinstudenten aus Graz geteilt. Dann war da noch eine junge Frau Mitte 20 und ein Mann, der war 40. Wir vier waren dort die Youngsters. Alle anderen waren wesentlich älter. Wir jungen Leute haben viel zusammen gemacht, ich habe das in sehr netter Erinnerung.“


Seit damals kommt Josef Baumgartner regelmäßig nach Bad Hall. Meistens zwei Mal im Jahr. Und seit der Hochzeit ist auch seine Frau immer mit dabei. Sie sei von Anfang an von den Behandlungen angetan gewesen, inzwischen aber sei sie von der positiven Wirkung überzeugt. „Letztes Jahr im März hat mir meine Mutter bei einem Besuch gesagt, mein rechtes Auge würde so runterhängen. Ich bin sofort zum Arzt und musste dann gleich ins Krankenhaus, denn es bestand der Verdacht auf einen Schlaganfall.“ Es war kein Schlaganfall. Es war eine Lähmung des Sehnervs. Das kommt sehr selten vor, meistens nur bei Personen mit Langzeitdiabetes. Es gibt keine Therapie, nur ein paar Übungen werden empfohlen. Aber dadurch änderte sich kaum etwas. Theresa Baumgartner: „Das rechte Auge war so starr, die Pupille ganz klein und unten. Und ich hatte diese schrecklichen Doppelbilder im rechten Auge. Jetzt sehe ich eh schon so wenig und dann hab ich noch diese Doppelbilder, furchtbar.“ Im darauffolgenden Herbst fuhr das Ehepaar wieder für drei Wochen nach Bad Hall. Die Augenbehandlungen taten Theresa Baumgartner gut. Die Doppelbilder gingen weg und die Augenärztin bestätigte ihr, dass das Auge wieder etwas beweglicher geworden und die Pupille größer und weiter oben sei. „Und wie ich dann nach der Kur meine Mutter besucht habe, hat sie zu mir gesagt: ‚Dein Auge schaut aus wie früher.‘“

Theresa und Josef Baumgartner schätzen nicht nur die wohltuende Wirkung der Augenbehandlungen. Sie genießen die Spaziergänge in den weitläufigen Parkanlagen mit alten Bäumen aus der ganzen Welt und schön gestalteten Blumenbeeten. Sie besuchen fast jeden Tag die Gradiergrotte im Kurpark. In diesem Freiluftinhalatorium rieselt Jodwasser über Bündel von Weißdorn und wird dabei fein zerstäubt. So wird die Luft mit Jodsalz und ätherischen Ölen des Weißdorns angereichert. Man geht dort hinein und wird leicht besprüht. Hält man sich über zwei, drei Wochen hindurch täglich zehn bis 20 Minuten dort auf, wird dadurch die Funktion der Lunge und der Atemwege unterstützt. Theresa und Josef Baumgartner genießen die entspannte Atmosphäre sowie die heilsamen Behandlungen und kehren nach jedem Aufenthalt gestärkt in ihren Wiener Alltag zurück.

Informationen über eine Kur oder Gesundheitsvorsorge Aktiv sowie über Augenbehandlungen in Bad Hall finden Sie hier!

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