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Ein junger Mann mit gelber Schleife am Oberarm hält ein Smartphone an sein Ohr.
Bildinfo: Ein virtueller Themenabend, wie jener über "Daten im Internet", kann auch bequem über ein Smartphone mitverfolgt werden. © BSVWNB/Armin Plankensteiner

Themenabend: Daten im Internet

Zu Gast war diesmal Alexandra Gredinger, Referentin bei der EU-geförderten Initiative „Safer Internet“.

Das Internet mit all seinen Vorzügen ist aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken - vor allem in Zeiten des Corona-Lockdowns. Wir alle profitieren enorm von Apps und Sprachassistenten, die uns das Leben erleichtern. Doch die Nutzung dieser Anwendungen hat ihren Preis: Wir hinterlassen Spuren in der virtuellen Welt.

Was passiert mit unseren Daten und wie können wir uns schützen?

Darum ging es beim zweiten virtuellen Themenabend am 18. November, der aus dem Wohnzimmer von Mag. Marion Putzer-Schimack moderiert wurde.

Zu Gast war diesmal Alexandra Gredinger, Referentin bei der EU-geförderten Initiative „Safer Internet“ (www.saferinternet.at). Die hauptberufliche Polizistin unterstützt nebenbei Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrende beim sicheren, kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Ihren interaktiven Workshop zum Thema „Daten im Internet“ hielt die Vortragende live aus dem Zimmer ihres Sohnes. Ihre Bemerkung, dass sie mit Lego- und Star Wars-Fluggerätschaften umgeben sei, sorgte für das erste Gelächter des Abends.

Cookies im Internet - wie viel geben wir von uns preis?

Zur Einarbeitung in das Thema führte Mag. Marion Putzer-Schimack eine kleine Internet-Recherche durch. Ihre Suchanfrage lautete „Cookies“ - ihr erster Treffer: „Kekse, die meistens klein, süß und flach sind“. Auch wenn dieses Thema - insbesondere in der Vorweihnachtszeit - sicherlich auch großen Anklang gefunden hätte, drehte sich der Vortrag um sogenannte „Cookies im Internet“.

Es handelt sich dabei um Datenpakete, die von Internetseiten erzeugt werden, um individuelle NutzerInnendaten wie z.B. Login-Daten, Surfverhalten und Aktionen (z.B. Einkäufe in Webshops) zu speichern. Seit 2019 gilt in Österreich die EU-Richtlinie zur DSGVO (Datenschutzgrundverordnung). Diese verpflichtet jede/n Webseiten-BetreiberIn dazu, mit Pop-Ups darauf hinzuweisen, dass Cookies gesetzt und nutzungsrelevante Daten erhoben werden. Akzeptiert ein/e UserIn diese mit einem Klick, erklärt er/sie sich damit einverstanden. Oft hat man jedoch keine Wahl: Denn wenn man keinen Haken setzt und damit nicht zustimmt, wird einem die Nutzung von einigen Webseiten verweigert.

Bei Cookies handelt es sich um ein zweischneidiges Schwert: Einerseits sind sie userfreundlich und erleichtern uns den Alltag, indem sie z.B. unsere Passwörter abspeichern und wir uns bei bekannten Webseiten nicht erneut anmelden müssen. Andererseits durchleuchten sie uns und machen unser Online-Verhalten sichtbar. Wir werden also ein Stück weit zu „gläsernen BürgerInnen“. Dies wird dann problematisch, wenn wir z.B. unser Handy verlieren oder es geklaut wird und wir dadurch einfacher „ausspioniert“ werden können.

Was machen Webseiten-BetreiberInnen mit unseren Daten?

Zur Illustration griff Alexandra Gredinger auf ein Beispiel aus ihrem Alltag zurück: Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen Staubsauger mit Akku bestellen? Womöglich recherchieren Sie bei Amazon nach passenden Modellen. Und am nächsten Tag werden Ihnen personalisierte Werbeanzeigen von passenden AnbieterInnen auf Ihrem GMX E-Mail-Account angezeigt. Was steckt dahinter?

Wenn UserInnen Cookies akzeptieren, erhalten Webseiten-BetreiberInnen Informationen zu personenbezogenen Daten (z.B. E-Mail-Adresse, Namen) und ihrem Surfverhalten (z.B. besuchte Seiten, Verweildauer, Suchbegriffe) und können darauf basierend NutzerInnenprofile anlegen. Insbesondere für die Werbewirtschaft bergen diese ein enormes Potenzial. Denn dadurch kann die Wirksamkeit der Werbung beständig verbessert werden. Außerdem können Daten an DrittanbieterInnen verkauft werden, die dadurch Kontakte erhalten, um gezieltes und personalisiertes Online-Marketing zu betreiben - wie im oben genannten Beispiel.

Das Ganze kann auch analog ablaufen: Ein Beispiel ist die jö KundInnenkarte, die bei vielen Supermärkten (z.B. Billa, Merkur, Bipa) einsetzbar ist. An der Kasse wird das Einkaufs-/Konsumverhalten der KarteninhaberInnen, z.B. übermäßiger Schokoladenkonsum, abgefragt. Diese erhalten dann per E-Mail Online-Gutscheine und Rabatt-Codes von den jeweiligen AnbieterInnen (z.B. Milka) zugesandt.

Worauf erlaube ich Apps und Sprachassistenten Zugriff?

Nicht nur auf klassischen Webseiten, sondern auch bei Apps und sozialen Medien (z.B. Twitter, Facebook, Instagram, Tik Tok) werden personenbezogene Daten im Hintergrund erhoben. Bei der Nutzung von Whats-App erlaubt man den AnbieterInnen z.B. den Zugriff auf Fotos, Kontakte, Chatverläufe und Sprachnachrichten. Eine sichere Variante mit einer besseren Verschlüsselung der Daten wäre z.B. Signal und Telegram. Jedoch werden diese Dienste vergleichsweise weniger genutzt.

Was früher noch unvorstellbar war, ist heute bereits Wirklichkeit: Die Sprachassistenten Alexa und Siri erleichtern uns den Alltag durch das sogenannte Smart Home. Als persönliche Gehilfen steuern sie z.B. das Ein- und Ausschalten von Heizung oder Lichtschalter und erstellen Einkaufslisten, wenn unser Kühlschrank leer wird. Jedoch speichern sie auch alle Daten ab, z.B. welchen Song wir abspielen und welche Fragen wir stellen.

Wenn wir Apps, soziale Medien oder Sprachassistenten verwenden, werden wir zwar gefragt, ob wir den Daten- und Nutzungsbedingungen zustimmen. Doch wie viele Menschen machen sich wirklich die Mühe, die seitenlangen und meist sperrig formulierten Texte durchzulesen?

Wie kann man die eigenen Daten schützen?

Die Entscheidung, wie viel man von sich selbst preisgeben möchte, liegt bei jedem/r einzelnen. Man sollte also mit Bedacht auswählen, welche Daten hinterlegt werden. In dem Zusammenhang ist es lohnenswert, sich mit Privatsphäre-Einstellungen auseinanderzusetzen. Für alle, die mehr dazu wissen möchten, gibt es hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung: https://www.saferinternet.at/privatsphaere-leitfaeden/

Eine weitere Vorkehrung, um den Schutz zu erhöhen, sind sichere Passwörter. Es empfiehlt sich bei jedem Account ein eigenes Passwort zu erstellen. Mit einer Kombination von Zahlen, Groß- und Kleinschreibung und Sonderzeichen kann man sich gegen potenzielle HackerInnen-Angriffe wappnen.

Fazit des Themenabends

Das Thema „Daten im Internet“ ist komplex. Das spiegelten die rege Diskussion der zwei Dutzend TeilnehmerInnen und die vielen Wortmeldungen während des Vortrags wider. Es wird also auch noch in Zukunft viel Redebedarf geben - daher ist eine Fortsetzung geplant. Wir freuen uns über eure Ideen, Anregungen und Vorschläge. Sie können gerne per E-Mail an marion.putzer-schimack(at)blindenverband-wnb.at  geschickt werden. Vielen herzlichen Dank!

Für alle, die in der Zwischenzeit noch tiefer in das Themengebiet „Daten im Internet“ eintauchen möchten, haben wir eine Sammlung von spannenden Artikeln und Links zusammengestellt. Viel Spaß beim Durchstöbern:


Als Conclusio dieses Abends kann festgehalten werden: Das Internet vergisst nie - man hinterlässt immer Spuren. Daher appellierte Alexandra Gredinger an die Eigenverantwortung im Umgang mit persönlichen, insbesondere sensiblen Daten.

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