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Ein unförmiges Packerl in einem weißen, weihnachtlich bedruckten Geschenkpapier, mit rotem Band drumherum, das am Tisch weiterläuft, da noch nicht abgeschnitten; außerdem ein Tixo-Roller und ein Stück unbenutztes Geschenkpapier.
Bildinfo: Das Geschenk kommt von Herzen, lässt das Packerl verschmerzen … Anmerkung: Symbolfoto ;-) © BSVWNB/Martin Tree

Von Klebestreifen und gelockten Bändern

Marion Putzer-Schimack: "Ich als blinde Paketschnürerin habe auch den Ehrgeiz, Geschenke „ordentlich“ zu verpacken."

Weihnachtspackerl

Weihnachten ist für mich untrennbar mit kunstvoll eingewickelten Paketen verbunden, mit buntem Geschenkpapier, glänzenden Bändern, schön gestalteten Glückwunschkarten...
Mit großen quadratischen, kleinen runden, länglichen flaschenförmigen oder sonst wie geformten Paketen.

Diese in sorgfältiger Handarbeit hergestellte Pracht hat nicht lange Bestand. Das Auspacken ist in wenigen Minuten erledigt.

Nicht so das Einpacken. Will man schöne Packerl machen, braucht es Zeit und zumindest ein wenig handwerkliches Geschick.

Ich als blinde Paketschnürerin habe auch den Ehrgeiz, Geschenke „ordentlich“ zu verpacken; das ist aber gar nicht so einfach.

Sollten Sie einmal ein Geschenk von mir bekommen, kann es sein, dass es in Goldsternchenpapier verpackt ist, obwohl gerade Hochsommer ist. Oder es tummeln sich Schmetterlinge auf einem grasgrünen Papier, während es draußen schneit und im Radio „Last Christmas“ ertönt.

Die Rollen mit Geschenkpapier liegen in meinem Schrank nebeneinander. Kennzeichnen könnte diesen Verwechslungen vorbeugen.

Habe ich mich dann für ein Papier entschieden, muss es in entsprechend große Stücke zerschnitten werden. Lange, gerade Schnitte bekomme ich nur selten hin. Mit festem, etwas steifem Papier geht es leichter. Nicht so mit dem seidenen. Es knittert, franst und reißt.

Um nicht ganz so perfekte Schnitte zu kaschieren, knicke ich diese nach innen um, wodurch ein schöner gerader Falz entsteht.
So weit so gut.

Jetzt wird das zu Schenkende möglichst mittig auf der Papierfläche platziert und eingeschlagen.

Mit den Händen prüfe ich, ob das Einzupackende gerade liegt und ob die Kanten halbwegs aufeinander zu liegen kommen.

Im Idealfall ist das Präsent ein Buch, eine Bonboniere oder ein Parfum in rechteckiger Schachtel. Da geht das Verpacken einfach von der Hand.

Ganz anders ist das bei Flaschen oder irgendwie unregelmäßigen Formen. Da muss man schon einmal improvisieren. In solchen Fällen erweist sich eine Rolle Klebestreifen, auch liebevoll Tixo genannt, als sehr nützliches Hilfsmittel.

Das aber nur dann, wenn man das Ende bzw. den Anfang des Klebestreifens findet und es einem dann noch gelingt, dieses mit den Fingernägeln zu erwischen.

Noch heute höre ich meine Oma fluchen, weil sie wieder einmal das Anfangsstück verloren hat. Da sitzt man dann, dreht die Rolle hin und her, und wenn man endlich ein Stückchen heraus gekletzelt hat, reißt es ein, und man kann von vorne beginnen.

Mit so einem praktischen Tixospender kann das natürlich nicht passieren.

Nun liegt es vor mir, das mit Papier umwickelte Geschenk. Jetzt fehlt nur noch ein schönes Band.
Dieses wird in der richtigen Länge abgeschnitten und dann um das Paket gewunden. Abschließend müssen die Enden mit der Schere gelockt werden.

Das schaffe ich ohne zu sehen sehr gut, obwohl mir beim Verknoten des Bandes manchmal eine zusätzliche Hand fehlt.

Aber das geht sehenden Menschen wohl genauso.

Jedes Jahr vor Weihnachten nehme ich mir vor, die Einpackerei diesmal einfacher zu gestalten. Einfacher und umweltfreundlicher. Stofftaschen statt Papier – diese kann man anschließend wiederverwenden; Geschenkbänder aus Stoff statt aus Plastik.
Und das Tixo ganz weglassen.

Es wäre zeitsparender und der allweihnachtliche Müllberg wäre auch kleiner.

Aber dennoch: Diese schönen Päckchen mit den schillernden Bändern und Schlaufen üben, auch wenn ich sie nicht mehr sehe, eine ganz besondere Faszination auf mich aus.
Vielleicht ein Überbleibsel aus Kindertagen…

In diesem Sinne:
Ein frohes Weihnachtsfest!

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