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Portraits
Bildinfo: Patrick mit Partner auf dem Tandem unterwegs ©Social Friends

Was ich selber machen kann, mache ich auch selbst!

Ein Portrait über den blinden Leistungssportler Patrick Bitzinger, und ein ORF-Beitrag aus der Reihe "Österreicher des Tages" über ihn.

ORF „Daheim in Österreich“ / Österreicher des Tages / Blinder Triathlet, Sendung vom 20.04.2018, Gestaltung: Bettina Tasser

„Was ich selber machen kann, mache ich auch selbst!“

Patrick Bitzinger, als Bauernbub im Bezirk Zwettl aufgewachsen, hat bis ins Alter von sieben Jahren ganz normal gesehen. Zwar musste ihm schon im dritten Lebensmonat ein dauerhafter „Shunt“, also eine Verbindung mit Flüssigkeitsübertritt, eingesetzt werden, da bei ihm die Gehirnflüssigkeit nicht über das Rückenmark abtransportiert wird. Abgesehen davon hatte er jedoch keine Einschränkungen in seiner Entwicklung. Im siebten Lebensjahr allerdings wurde diese Leitung über etwa drei Monate blockiert. Lange war man im Unklaren, was seine körperlichen Beschwerden verursachte. Dann war es für seinen Sehsinn schon zu spät, denn der stetige Druck hatte die Sehnerven dauerhaft beschädigt.

Ab diesem Zeitpunkt verfügte Patrick plötzlich nur noch über zehn Prozent Sehvermögen – bis zum Alter von 14. Denn da kam es zu einem ähnlichen Vorfall, der zwar rasch, aber nicht rechtzeitig entdeckt wurde. Mit weniger als einem Prozent Sehvermögen war Patrick nun blind. Doch er nahm die Gegebenheiten an und verfolgte seine Ausbildung. In der Hauptschule und später im Blindenerziehungsinstitut BBI erlernte er die Blindenschrift, absolvierte das polytechnische Jahr, dann die Handelsschule und erlangte schließlich auf der Volkshochschule die Berufsreife mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft und Rechnungswesen.

„Meine Sehbehinderung war nie Thema für mich, sondern meine Interessen.“

Mit der Zeit realisierte Patrick Bitzinger die Möglichkeiten, etwas Großes zu erreichen. Er haderte nicht mit seinem Schicksal, sondern wandte sich dem Sport zu. 2012 etwa nahm er an einem paralympischen Camp in London teil, nachdem er im BBI die Vielfalt an Sportarten für blinde Menschen kennengelernt hatte. Und nur zwei Monate später hatte er seinen Trainer, der ihn die folgenden Jahre von Europacup über Weltcup zu Weltmeisterschaften begleitete. Schon 2013 wurde Patrick Staatsmeister im Radrennen auf dem Tandem.

In den letzten Monaten suchte er sich noch eine größere Herausforderung: Beim Austrian Triathlon Podersdorf  im September 2016 wurde er zu seiner eigenen Überraschung Siebter seiner Altersklasse. Auch im Frühling 2017 war er sehr zufrieden mit der erreichten Zeit bei seinem ersten Halb-Ironman in St. Pölten (5 Stunden 2 Minuten für 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen). Und in den nächsten Jahren nimmt Patrick die komplette Ironman-Distanz in Angriff.

Wie beim Sport, so denkt Patrick Bitzinger auch im Leben: Sei so selbstständig wie möglich, lote deine Grenzen aus, und nimm Hilfe nur in Anspruch, wenn es gar nicht anders geht, wie bei der notwendigen Begleitperson beim Radfahren, Laufen und Schwimmen. Auch beruflich ist er derzeit der Mann für Hilfsmittel zur größtmöglichen Selbstständigkeit: Als Technikassistent im Louis Braille Haus des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Wien, NÖ und Bgld. unterstützt er Menschen bei der Suche nach geeigneten Hilfsmitteln für das private Umfeld. Weiterführendes Studium nicht ausgeschlossen.

Webtipp Patrick Bitzinger

 

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