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Morbus Basedow

Kapitel 6: Morbus Basedow (Endokrine Orbitopathie)

(..) Die endokrine Orbitopathie ist durch ein entzündliches Anschwellen von Muskeln und Bindegewebe hinter dem Augapfel gekennzeichnet. Diese Schwellungen führen zu Platznot in der knöchernen Höhle und zur Verdrängung des Augapfels nach vorne, wodurch das Auge weiter heraussteht. Treten die Augen zu weit hervor, kann das Lid nicht mehr optimal geschlossen werden. Außerdem kommt es in vielen Fällen zu einer Verkürzung der Muskeln, die das Lid anheben, was zu einer Vergrößerung der Lidspalte führt. Das Auge wird durch die verschlechterte Lidfunktion trocken und zusätzlich gereizt. Immer wieder entstehen dadurch auch Schäden an der Hornhaut. Die Schwellungen in der Augenhöhle können auch den Sehnerv bedrängen und durch den einwirkenden Druck dauerhaft schädigen. (..)

Fast immer sind beide Augen betroffen. Oft wird der Beginn einer endokrinen Orbitopathie nicht bemerkt, da die Erkrankung zunächst keine Schmerzen bereitet. Nur manchmal fallen Entzündungszeichen wie eine Rötung am Augapfel oder an der Bindehaut auf. Erst später entstehen mehr oder weniger weit aufgerissene bzw. hervortretende Augen. In schwereren Fällen fällt auch dem Laien der typisch starrende Blick der „Basedow- Augen“ auf. Bei starker Verdrängung nach vorne entstehen drückende Schmerzen. (..)

Neben Sehschärfenprobe und Kontrolle der Hornhaut ist bei bekannter endokriner Orbitopathie auch eine regelmäßige Kontrolle des Gesichtsfeldes notwendig, um frühzeitig Schäden durch Kompression des Sehnervs festzustellen. Durch eine Untersuchung der Augenhöhle mit Ultraschall kann der erfahrene Augenarzt die Dicke der Sehnerven und Augenmuskeln sehr genau vermessen. Dabei wird eine Ultraschallsonde kurz an das Auge gehalten. Auch Computertomografie und Magnetresonanztomografie des Kopfes können bei der Diagnose von solchen Erkrankungen der Augenhöhle helfen. (..)

Die endokrine Orbitopathie wird zuerst mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Kortison behandelt. Auch eine Röntgenbestrahlung der Augenhöhle kann zu einer Abnahme der Schwellungen in der Augenhöhle führen. In schweren Fällen, die nicht auf die Behandlung ansprechen, muss der Sehnerv durch eine Operation entlastet werden, um einen dauerhaften Schaden abzuwenden. Wichtig ist eine ausreichende Behandlung der zumeist bestehenden Schilddrüsenerkrankung durch einen auf Hormonerkrankungen spezialisierten Internisten. (..) Eine operative Korrektur der Lider kann im chronischen Stadium der Erkrankung zur Besserung der Befeuchtung und des Erscheinungsbildes beitragen. Ein länger bestehendes Schielen kann ebenfalls durch eine Operation korrigiert werden.