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Augenverletzungen

Die Zahl der Augenverletzungen ist insgesamt sehr hoch. Ein großer Anteil ist auf Arbeits- und Sportunfälle zurückzuführen, wobei mehr Männer als Frauen betroffen sind. Die häufigsten Verletzungen sind oberflächliche Kratzer auf der Hornhaut, so genannte Hornhauterosionen, die zwar starke Beschwerden bereiten können, aber zumeist gut abheilen.

Symptome

Wie jeder aus eigener Erfahrung weiß, ist das Auge extrem berührungs- und schmerzempfindlich. Sofort nach einer Verletzung der Hornhaut spürt man daher ein starkes Fremdkörpergefühl am Auge, obwohl in Wahrheit kein Fremdkörper im Auge ist, sondern ein Teil der obersten Hornhautschicht fehlt. Bei größeren Verletzungen treten starke Schmerzen auf, die reflexartig von einem krampfhaften Lidschluss begleitet werden.

Untersuchung

Um eine genaue Inspektion bei schmerzhaften Verletzungen zu ermöglichen, wird das Auge durch Tropfen schmerzfrei gemacht. Verletzungen der Hornhaut und der Bindehaut werden durch Beleuchtung an der Spaltlampe untersucht.

Vorbeugung

Bei Kindern und Jugendlichen ist die Gefahr einer schweren Augenverletzung mit Perforation größer als bei Erwachsenen. Einerseits haben Kinder ein größeres Bewegungsbedürfnis, was generell eine Verletzungshäufigkeit erhöht, andererseits können gerade kleine Kinder Gefahren, die beispielsweise durch spitze Gegenstände drohen, noch nicht abschätzen. Deshalb sollten Eltern und Pädagogen Kinder nicht mit spitzen oder scharfen Gegenständen wie Stiften, Messer, Gabeln oder Scheren in der Hand herumlaufen oder unbeaufsichtigt hantieren lassen. Auch Chemikalien sollten für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Bekommen Kinder Brillen verordnet, sollten die Gläser aus Kunststoff und der Rahmen bruchfest sein, damit bei Unfällen keine Splitter ins Auge gelangen können.

Auch Erwachsene sollten aufgrund der Verletzungsgefahr beim Sport eher Kunststoffgläser oder Kontaktlinsen tragen. Werden im Beruf oder auch zu Hause Arbeiten durchgeführt, die Splitter oder Späne verursachen, ist das vorsorgliche Tragen einer Schutzbrille ein Muss, insbesondere bei Arbeiten mit Metall.

Behandlung bei Verätzungen

Die wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei Augenverätzungen ist eine sofortige effektive Spülung des Auges für mehrere Minuten unter fließendem Wasser. Ist keine Wasserleitung in der Nähe, können auch andere klare Flüssigkeiten wie Mineralwasser, Limonade oder Tee verwendet werden. Effektiv heißt dabei, dass die Augenlider auch gegen die Abwehr des Verletzten mit zwei Fingern auseinander gezogen werden und das ganze Auge für 10 bis 15 Minuten wirksam gespült wird. Erst danach sollte der Patient zur weiteren Behandlung zu einem Augenarzt oder in eine Augenklinik gebracht werden. Durch diese Vorgehensweise können meistens schwerwiegende Verätzungen vermieden und das Auge gerettet werden.