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12. Hilfe

Apps zur Hilfestellung

Das Smartphone ist ein tolles Werkzeug, wenn es darum geht, Informationen zu recherchieren oder Hilfe zu organisieren.

Da sind einmal die zahlreichen Apps zur Ortsbestimmung oder Routenplanung. Schon die Frage "Wo bin ich?" per Spracheingabe liefert wichtige Informationen über den aktuellen Standort. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel und das Lesen von Informationen auf Verpackungen waren schon Thema.

In vielen Situationen ist also das Smartphone per se schon ein richtiger Helfer. Und dort, wo die Technik selbst nicht helfen kann, lässt sich mit einem Smartphone Hilfe organisieren.

Ein Bild sagt mehr ...

Die Kamera des Smartphones kann man schließlich nicht nur für Selfies benutzen. Durch Unterstützung von Freunden und viel Übung habe ich gelernt, die Kamera ruhig und gerade zu halten und auf ein Objekt auszurichten. Irgendwann hat man den Dreh raus, wie weit man entfernt sein muss, um ein brauchbares Foto zu schießen. Dieses kann dann an eine Person des Vertrauens gesandt und von dieser analysiert und erklärt werden.

Aber die Kamera lässt sich auch als Live-Videokamera benutzen. Ob nun per Skype, WhatsApp oder einem anderen vergleichbaren Dienst – ein Videoanruf erlaubt dem Gesprächspartner zu helfen, die Kamera korrekt auszurichten und Auskunft über das Gesehene zu geben. Mit Hilfe des per Video zugeschalteten Gesprächspartners kann ich mir etwa ein Straßenschild, den Namen eines Geschäfts oder das von Hand geschriebene "Geschlossen"-Schild vorlesen lassen, aber auch einen "versteckten" Hauseingang oder in einem großen Gebäude das Treppenhaus finden.

Apps zur Hilfestellung

Neben den erwähnten privaten Kanälen möchte ich auf zwei ganz besonders hilfreiche Apps hinweisen.

Da ist einmal "Seeing AI" (AI = Artificial Intelligence). Diese App verfügt, neben einer Geldscheinerkennung und etlichen anderen nützlichen Features, über einen Live-Vorlesemodus. Das bedeutet, dass ich beim Scannen eines Textes nicht erst ein Foto schießen und dieses analysieren lassen muss, sondern dass die Sprachausgabe sofort nach Start der Kamera vorzulesen beginnt. So lässt sich die Position der Kamera wie durch einen Sucher über das Lesegut führen, um eine ganz bestimmte Information zu suchen. Mehr hören Sie im Audio zu Seeing AI (6,5 MB, 7 min.).

Der Tophelfer unter den Apps ist sicher "Be My Eyes - Helping blind see". Dahinter verbirgt sich eine riesige Community von sehenden Helfern und blinden Kunden. Die Nutzung für blinde Hilfesuchende ist denkbar einfach: App starten, Anruf tätigen und auf einen der inzwischen 1,6 Millionen freiwilligen Helfer warten. Bei der Ersteinrichtung der App muss man seine bevorzugten Sprachen angeben, um nur an Helfer zu gelangen, mit denen man sich verständigen kann. Natürlich nutze ich dieses Netzwerk nicht für vertrauliche Informationen wie Bankauszüge, lasse mir aber schon mal das – übrigens für blinde Anwender unzugängliche – Display meiner Waschmaschine vorlesen, wenn sie nicht reagiert.

Die Helfer ihrerseits haben die Möglichkeit, ihre Verfügbarkeit für Hilfestellungen selbst zu bestimmen und müssen einen eingehenden Anruf nicht annehmen, weil dieser ins gesamte Netzwerk geleitet wird. Ich finde es übrigens beeindruckend, wie viele freiwillige Helfer es inzwischen gibt.

Sie können gut sehen und möchten auch helfen, wenn Sie gerade etwas Zeit haben? Informieren Sie sich auf der Webseite von "Be My Eyes" (Seite ist auf Englisch).

Bei aller Liebe zur Technik ...

Ich nutze mein Smartphone häufig und in vielen Situationen – sei es nun zur notwendigen Recherche von Fakten, zur bloßen Befriedigung meiner Neugierde zu einem bestimmten Thema oder auch, um mir helfen zu lassen.

Apropos Hilfe: So nützlich und vielseitig mein smarter Helfer auch sein kann, die Hilfe durch echte Menschen aus Fleisch und Blut, sei es nun spontan oder via Smartphone organisiert, kann er nicht ersetzen.

Eva Papst Dezember 2018

Anmerkung: Die Serie basiert auf iPhone und VoiceOver, die Aussagen treffen aber grundsätzlich auch für Geräte mit Android zu.