Hallo Angi!

Ich treffe meine frisch gebackene Assistenzhunde-Freundin
Hallo Alle!
Da bin ich wieder.
Heute habe ich meine liebe Freundin Angi mit ihrem Frauchen Susanna getroffen.
Ich freu mich so für die beiden!
Sie haben gestern die wichtige Teamprüfung am Messerli-Institut an der VETMED Wien bestanden. Damit sind sie ein staatlich anerkanntes Team – manchmal sagt man auch: Führhunde-Gespann.
Vetmed ist die Abkürzung für Veterinärmedizinische Universität – das heißt also für uns Tiere.
Meine liebe Angi ist nun ein offizieller und ganz richtiger Blindenführhund. Juppi!
Es ist ganz schön schwierig, ein Assistenzhund – zu dieser Gruppe gehören auch wir Blindenführhunde – zu werden. Man muss viele Prüfungen und Untersuchungen machen, bevor man überhaupt mit der Ausbildung beginnen kann. Zuerst wird man tierärztlich total durchgecheckt. Augen, Ohren, Gelenke und was noch alles. Man muss natürlich pumperlgesund sein, um einer so verantwortungsvollen Aufgabe gewachsen zu sein.
Dann kommt der Wesenstest. Da muss man beweisen, dass man gescheit und von der Persönlichkeit her für diesen Job geeignet ist. Man sollte sich zum Beispiel gut konzentrieren können und nicht jeder Katze nachlaufen wollen :-)
Und erst dann beginnt die Ausbildung bei einem Hundetrainer oder einer -trainerin.
Ich sage Euch, das ist eine anstrengende Zeit. Es gibt so viel zu lernen – aber davon erzähl ich Euch vielleicht ein anderes Mal.
Wenn man alles gelernt hat, was man als Blindenführhund können muss, müssen wir gemeinsam mit unserem Trainer oder unserer Trainerin zur Qualitätsprüfung antreten. Da zeigen wir, ob wir bereit sind, einen blinden Menschen zu führen.
Wenn wir diesen Test bestanden haben, dürfen wir endlich zu unserem neuen Herrchen oder Frauchen.
Wenn Ihr glaubt, dass wir jetzt nichts mehr tun müssen und auf der faulen Haut liegen können, dann täuscht Ihr Euch.
Jetzt beginnt ein sehr wichtiger Teil der Ausbildung, die Zusammenschulung mit dem zukünftigen Hundehalter.
In meinem Fall war das ja mein Frauchen Manu. Sie musste lernen, welche Kommandos sie mir geben muss, damit ich dann das tue, was sie will. Und ich musste lernen, genau auf das zu horchen, was sie sagt.
Eine spannende Zeit. Man muss sich aneinander gewöhnen und Vertrauen zueinander aufbauen.
Vertrauen ist sehr wichtig. Manu muss mir vertrauen, dass ich sie nicht in Gefahr bringe. Und ich muss ihr vertrauen, dass sie mich sicher an unser Ziel bringt.
Und dann, zu guter Letzt, kommt die Teamprüfung. Die, die meine Freundin Angi gestern bestanden hat.
Die ist deshalb so wichtig, weil erst dann der Blindenführhund bestimmte Rechte bekommt. Zum Beispiel darf ich in Supermärkte und Krankenhäuser hinein.
Auch finanzielle Unterstützungen z.B. durch das Sozialministerium oder andere Unterstützungsfonds werden erst ausbezahlt, wenn man die Prüfung bestanden hat.
Ja, und natürlich auch im Behindertenpass – das ist ein Ausweis für behinderte Menschen in Österreich – durfte ich erst dann eingetragen werden.
Ihr seht also, das ist schon etwas Besonderes, was Angi und Susanna da gestern geschafft haben.
Und hier ist sie, die frisch gebackene Blindenführhündin. Schaut sie nicht einfach fantastisch aus in ihrer funkelnagelneuen Kenndecke mit dem Logo für Assistenzhunde?
Ich bin soooo stolz auf sie.
Februar 2026