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Portraits

Mit Radhelm und Mountainbike auf einer Schotterstraße in einer recht kargen Hügellandschaft.
Bildinfo: Pensionist Wolfgang Schack bei einer Radtour auf Gran Canaria. © privat / Foto zur Verfügung gestellt.

Mit Reiselust Gutes tun

Wolfgang Schack und seine besondere Art zu helfen.

Ein Leben voller Bewegung

Wenn Wolfgang Schack von seinen Reisen erzählt, leuchten die Augen seiner Zuhörerinnen und Zuhörer. Doch nicht nur das: Mit jedem Abend, an dem er seine Filme und Erlebnisse teilt, sammelt er gleichzeitig Spenden für Mobilitätstrainings für blinde und sehbehinderte Jugendliche. Seit über zwei Jahrzehnten verbindet er auf diese Weise sein größtes Hobby mit einem Herz für Menschen, die auf die Unterstützung anderer angewiesen sind. 

Wolfgang Schack ist ein Mann, der sehr aktiv ist. Der Pensionist, der sein gesamtes Berufsleben in der Bankenbranche verbracht hat, nutzt seinen Ruhestand mit einer Energie, auf die viele jüngere Menschen neidisch sein würden. Reisen in alle Himmelsrichtungen, Radtouren durch Österreich und die Nachbarländer, Vorträge in Pensionistengruppen, Kulturzentren und bei Freundeskreisen. Wolfgang Schack ist viel beschäftigt, plant seine Zeit aber sehr bewusst und auch mit genug Entspannungszeiten. 

Auf seiner persönlichen Homepage dokumentiert er akribisch und mit großer Freude seine Rad- und Reiseabenteuer – von Gran Canaria über Dubai bis nach Thailand, von den Alpen bis nach Istrien. Rund 40 Reisefilme hat er mittlerweile in seinem Fundus. Dazu kommt eine beachtliche Sammlung an Radtouren, darunter eine einwöchige Alpenüberquerung mit über 10.000 Höhenmetern. 

„Ich bin halt ein aktiver Mensch“, sagt er – und fügt schmunzelnd hinzu: „Aber ich habe genug Ruhezeiten, Gott sei Dank.“ 

In drei Worten beschreibt er sich selbst so: diszipliniert, interessiert und bescheiden. Letzteres merkt man ihm schnell an.


Wie aus einer DVD-Kopie eine langjährige Verbindung wurde 


Die Geschichte, wie Wolfgang Schack zum Blinden- und Sehbehindertenverband WNB gefunden hat, ist so charmant wie zufällig. Vor mehr als 20 Jahren brannte er noch mühsam DVDs seiner Radfilme und gab sie an Freunde – für einen kleinen Kostenbeitrag von 10 Euro. Den wollte er nicht für sich behalten. „Ich verlange zwar 10 Euro, aber ich spende die“, entschied er kurzerhand.

In dieser Zeit landete zufällig ein Flyer über Mobilitätstrainings für blinde und sehbehinderte Menschen in seinen Händen. Er las ihn, war sofort berührt – und seither fließen seine Spendeneinnahmen genau dorthin. „Es war zum richtigen Zeitpunkt“, erinnert er sich. Aus einem spontanen Impuls wurde eine treue Partnerschaft: Seit dem Jahr 2002 ist Wolfgang Schack dem Verband eng verbunden und unterstützt unsere Arbeit durch seine Reisevorträge großzügig.

Reiseabende mit Herz: zwischen Urania und WUK 


Was anfänglich als kleine Geste begann, ist heute ein festes Ritual. Zwischen acht und zehn Mal im Jahr hält Wolfgang Schack Reisevorträge – vorwiegend im Winterhalbjahr, wenn die Saison für neue Abenteuer noch nicht begonnen hat. Sein Publikum ist bunt: Freundesgruppen, die ihn schon seit Jahrzehnten kennen, eine monatliche Pensionistengruppe im WUK, Veranstaltungen in der Urania. Die Gäste geben einen freiwilligen Beitrag, den er sammelt und direkt weitergibt. 

„Meine Freunde wissen das schon seit Jahrzehnten, und die sind sehr rührig“, sagt er. Einmal, nach der Rückkehr aus Marokko, hatte er am selben Tag nachmittags einen Vortrag im WUK und abends einen in der Urania. Zwei Vorträge an einem Tag – alles ehrenamtlich, aus reiner Freude am Erzählen und für die gute Sache.

Dabei erwähnt er bei seinen Veranstaltungen auch immer die Arbeit des Verbandes: „Ich sage immer, wie nett es ist, dass ich Einladungen zum Sensibilisierungsworkshop bekomme oder andere spannende Dinge erleben darf. So lernen auch meine Zuhörerinnen und Zuhörer den Verband ein bisschen besser kennen.“ Aufmerksamkeit für unsere Arbeit zu schaffen, auch das ist Teil seiner Unterstützung. 


Mit verbundenen Augen durch die Stadt 


Wolfgang Schack hat die Welt blinder Menschen nicht nur aus der Ferne beobachtet. Bei einem Sensibilisierungsworkshop mit einer Mobilitätstrainerin des Verbandes wurden ihm die Augen verbunden. Er erlernte ein paar Grundtechniken mit dem Langstock und bewegte sich damit durch Innenräume und im Straßenverkehr.

„Spannend und einfach interessant“, fasst er die Erfahrung zusammen – mit der ihm eigenen Schlichtheit. 

„Man hört plötzlich so viel mehr mit den Ohren. Wenn ich heute durch Bereiche gehe, wo ich damals gegangen bin, muss ich immer daran denken.“ 

Er hat diese Erlebnisse seitdem regelmäßig in seinem Bekanntenkreis weitergegeben und damit das Bewusstsein für die Herausforderungen blinder Menschen gestärkt. 

Auch die Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ hat ihn tief beeindruckt. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein blinder Guide, der im Stockfinstern genau wusste, wo sich jeder einzelne Besucher aufhielt. Die Begegnung hat ihn bis heute nicht losgelassen.

Helfen ohne großes Aufheben 


Warum tut er das alles? Wolfgang Schack denkt einen Moment nach, bevor er antwortet. „Es gibt Menschen, die können ein Event machen, etwas Großartiges bewegen. Ich kann das nicht. Aber ich denke, auch mit einem kleinen Beitrag kann man anderen Menschen helfen.“ Er ist dankbar, selbst gesund zu sein und diese Dankbarkeit drückt er aus, indem er gibt. 

Die Mobilitätstrainings für Jugendliche liegen ihm besonders am Herzen. „Ich wünsche den Jugendlichen, dass sie ihr Handicap gut meistern“, sagt er. „Und dass sie mit ihrer Situation glücklich sein können.“ Keine Floskeln, kein Mitleid – sondern ehrliche Wertschätzung für Menschen, die ihren eigenen Weg gehen.

Herzlichen Dank, lieber Herr Schack! 


Wir sind tief dankbar für Wolfgang Schacks langjährige, treue und herzliche Unterstützung. Seit über 20 Jahren ist er ein verlässlicher Begleiter unserer Arbeit – und ein lebendiges Beispiel dafür, dass man nicht laut sein muss, um viel zu bewegen. Mit seiner Reiselust, seiner Großzügigkeit und seinem offenen Herzen macht er einen echten Unterschied im Leben junger Menschen. Danke, lieber Herr Schack! Auf viele weitere gemeinsame Jahre und noch viele unvergessliche Reisen!
 

Mit Reiselust Gutes tun

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